Meine Antworten auf die fünf Fragen bei dem Triell der Wedeler Kaufleute

FRAGE 1

Finanziell ging es Wedel bis 2011 noch gut, seitdem geht es bergab. Wie schaffen wir den Weg in künftig wieder Schwarze Zahlen?

Die finanzielle Lage ist dramatisch. 

ich habe mir mal die Mühe gemacht die Zahlen seit Beginn der Amtszeit des jetzigen Bürgermeisters anzusehen, und festgestellt, daß genau seitdem die Schuldenkurve in einer 45 Grad Kurve steil nach oben geht Und die Kurve wird in den nächsten Jahren weiter steil nach oben gehen. Zu Recht mahnt die Politik an (die Berichte sind jedermann zugänglich), dass seit 10 Jahren kein Umdenken, kein Umschwenken erfolgte und einfach so weitergemacht wurde, als gäbe es kein Problem. Damit wieder schwarze Zahlen geschrieben werden können sind Ziele, Strategien und davon abzuleitende Maßnahmen zu entwickeln.

Es ist ernüchternd aber unvermeidlich, dass sich jeder Wedeler das bewusst macht.

Es geht zunächst darum, die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht noch weiter auseinander laufen zu lassen. Wedel lebt seit Jahren massiv über seine Verhältnisse, hat sich vollständig festgefahren und muss dringend aus dem Dornröschenschlaf erwachen. 

Die Maßnahmen sind zunächst ganz simpel : sparen und die laufenden Einnahmen erhöhen.in der Praxis bedeutet das dann vielerlei. Zum Beispiel: höhere Effizienz in verwaltungstechnischen Abläufen, strengere Projekt-Verfolgung, Kostenkontrolle.

Auf der anderen Seite eine intensivere Vermarktung von Wedel und eine Optimierung der Unterstützung für potentielle Investoren.  Und definitiv die aktive Unterstützung unserer vorhandenen Kaufmannschaft – das möchte ich betonen!

Kostspielige Projekte wie der business park dürfen sich sich nicht endlos hinziehen und dann noch in einer intransparenten Blase für die Bürger verweilen – als nur ein Beispiel für viele andere – so was darf es nicht mehr geben. In diese Reihe gehören auch Bauprojekte, bei denen die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen nicht von vornherein ausreichend berücksichtigt werden. Siehe Wedel Nord. 

Ein so katastrophaler Zustand wie bei den Schulgebäuden der Stadt darf nicht entstehen.

Es geht an dieser Stelle aber nicht um einzelne Projekte oder Maßnahmen, sondern eher um einen Prozess des Wandels in den Entscheidungs- und Durchführungsprozessen. Das verlangt zwingend eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Politik. Und da gehört auch eine Transparenzinitiative, also einen viel leichteren Zugang zu Informationen wo….und den effektiven Status der Projekte

Wir müssen ehrliche und realistische Haushaltsentwürfe vorlegen. Das Finanzbild der Stadt wurde in den letzten Jahren viel zu positiv dargestellt. Die zukünftige Verwaltung muss offen für lösungs – und zielorientierte Gespräche gegenüber der Politik sein. Der Bürgermeister muß sich als Sparringspartner sehen. Wollen - ja wir müssen – einen Wandel herbeiführen, dann sind strukturelle Änderungen und neue Wege unverzichtbar.

Es gibt viel zu tun! Und es wird nicht leicht. Wir brauchen Entschlossenheit, Geschlossenheit und Durchhaltevermögen.

FRAGE 2

Wie groß ist der Handlungsbedarf in Schulen, Kitas und Sportstätten? Welche Gewichtungen würden Sie als Bürgermeister setzen?

Eine Gewichtung Schulen versus Kitas lehne ich ab – das hätte etwas Zynisches. Wir dürfen die einzelnen Bereiche nicht gegeneinander „ausspielen“. 

Der Handlungsbedarf ist aufgrund der entstandenen Versäumnisse in den letzten 10 Jahren immens. Es wird endlich Zeit und es ist längst überfällig, dass die Bildung und die dafür benötigte Infrastruktur für Wedel in der Prioritätenliste für die nächsten Jahre nach oben und in den Fokus rückt. 

Es kann ja nicht sein, dass bundesweit proklamiert wird, dass Bildung die Zukunft unserer Gesellschaft bedeutet, gleichzeitig aber nicht mal die Infrastruktur, genügend Schulplätze für Kinder geschweige eine ordentliche Digitalisierung für die Lehrkräfte und die Kinder zur Verfügung steht. Ein fehlender Schulentwicklungsplan, fehlender Sportentwicklungsplan, ein gewaltiger Investitionsstau, ein fehlendes professionelles Facility Management, eine Vielzahl an Containern 500 Schüler welche viel Geld kosten sprechen für sich eine zusätzliche Sprache für einen großen Handlungsbedarf. 

Dass Wedel jetzt ca.100 neue Kitaplätze schaffen ist sehr zu begrüssen. Aber das hat viel zu lange gedauert. Sicherlich wird die Lage auch von dem Fachkräftemangel überschattet. Hier könnte man darüber nachdenken, dass Wedel noch mehr in PIA – Stellen (praxisintegrierte Ausbildung für Erzieherinnen) finanziert. 

Unsere Sportstätten befinden sich laut Aussage der vor – Ort – Verantwortlichen in einem „ungesunden“ Zustand. Auch hier gibt es einen Investitionsstau. Man macht es sich zu leicht wenn man behauptet, daß die Sportvereine dafür verantwortlich sind. Unsere Sportvereine sind zu Bettler und Bittstellern der Stadt geworden. Wie wir wissen ist die Anzahl der Kinder hier in Wedel gewachsen, gleichzeitig haben wir insgesamt schon zu wenig Hallenzeiten. Ein Verein wie der SC Rist Wedel hat wesentlich bundesweit zum Bekanntheitsgrad der Stadt beigetragen. Und muß seit Jahren vorstellig werden weil sie u.a. mehr Platz und Unterstützung brauchen. Im übrigen ist die Steinberghalle renovierungs - sanierungsbedürftig. So wie es aussieht brauchen wir in Wedel eine neue Sporthalle um der Nachfrage in allen Sportdisziplinen Herr zu werden. 

Bildung bedarf einer Kalkulation und einer zukunftsorientieren Infrastruktur und daraus abzuleitenden realistischen Handlungen, die suczessive geplant, mit Eltern, Schulen und Kitas im Vorwege diskutiert und dann umgesetzt werden müssen. Es geht hier um die Ausrichtung unserer Bildungseinrichtungen in Richtung Zukunftsfähigkeit. Es geht darum, dass sich unsere Kinder in der Schule, in den Kitas und auf den Sportstätten etc. wohlfühlen. Die Kapazitäten der Bildungseinrichtungen, der Kitas aber auch der Sportstätten müssen aufgrund des Rückstands an notwendigen Plätzen und des in den nächsten Jahre zu erwartenden Zuzugs, modernisiert und erweitert werden. Dazu werde ich mit allen Vereinsvorsitzenden der Sportstätten, mit allen Kita – Leitungen und mit allen Schulleitungen jeweils einen runden Tisch einberufen.  

FRAGE 3

Die Finanzausstattung der Stadt ist in erster Linie abhängig von Steuern Wedeler Unternehmen und von Arbeitsplätzen. Wie wollen Sie den Wirtschafts- und Arbeitsstandort stärken, junge Familien ansiedeln und der Überalterung der Stadt entgegenwirken? Wie kann Wedel insbesondere für junge Menschen attraktiver werden?

Das ist ja ein ganzes Bündel von Fragen.

Ich fange mit Wedel Marketing und der Wirtschaftsförderung an. Diese beiden Bereiche innerhalb der Verwaltung müssen natürlich dieVermarktung von Wedel insgesamt im Auge haben, also inclusive Tourismus, Kunst, Kultur, etc. Hier sind viele Initiativen und neue Wege möglich. Mir schwebt aber eine zusätzliche Professionalisierung von Wedel Marketing hin zu einem noch fokussierterem Stadtmarketing vor. 

Damit kann Wedel Marketing  auch sehr für die Attraktivität von Wedel für junge Menschen und die Jugend beitragen.

Für die Attraktivität von Wedel für Investoren ist eine „schnelle Verwaltung“ und eine digitale Infrastruktur ein Muss im Wettbewerb der Standorte. Gelände ist freizumachen, wie z.B. das brachliegende Gelände der Firma Possehl. Gespräche dazu müssen weiter intensiviert werden. Kostenlose Werbung für start-ups und eine Neu-Belebung der Unterstützung  und Zusammenarbeit mit der FHW sind hilfreiche Möglichkeiten.

Natürlich spielt auch in diesem Zusammenhang die Verkehrssituation eine wichtige Rolle. Man sieht, wie die Dinge an verschiedenen Stellen und aus verschiedenen Perspektiven ineinander greifen. 

Die Bahnhofstrasse ist ein Sonderkapitel, da hier nicht nur das Geschäft an sich sondern auch der Aspekt der Aufenthaltsqualität und der menschlichen Begegnung zu berücksichtigen sind.

Die Stadt wird für Zuzügler und junge Familien attraktiv, wenn sie eine funktionierende Infrastruktur vorfinden, einen guten Erholungswert, Kultur und Sportstätten, Kitas und 

eine ausreichende und intakte Schulstruktur mit entsprechenden Gebäuden. Wir kommen ja noch später zu dem Aspekt Lebensqualität einer Stadt im Rahmen einer weiteren Frage. 

Weitere Stichworte wären: gute Fahrradwege, gute Wanderwege, eine gut geführte Badebucht. Außerdem Veranstaltungsförderungen, z.B. für die Batavia, den Ochsenmarkt, Musikveranstaltungen, Ausstellungen, etc. In diesem Zusammenhang könnte man auch neue

Formen der Finanzierung ausloten.

Ein zentraler Punkt ist nach meiner Einschätzung: die für alle Bürger und Besucher attraktive Nutzung der Fläche des ehemaligen SchulauerHafens, bei dem eine zügige Lösung auch aus wirtschaftlicher Sicht dringend geboten ist. Darauf bin ich auch schon im ersten Triellnäher eingegangen.

Ein weiterer entscheidender Punkt: die Schaffung von sozial gefördertem Wohnraum. Ein großer Bereich, zu dem ich hier nicht ins Detail gehen kann. Ich spreche mich aber für Wedel Nord aus unter der Prämisse, dass auch bezahlbarer Wohnraum angemessen geschaffen wird und die unbedingt notwendigen Strukturmaßnahmen berücksichtigt und kalkuliert werden. Und zwar vor der endgültigen Verabschiedung des juristisch fixierten Bebauungsplanes

An dieser Stelle eine grundsätzliche Bemerkung. Ich appeliere an die Politik, den Rat der Stadt Wedel,  verantwortungsvolle Entscheidungen so zu treffen, daß die immensen Herausforderungen in schnelle pragmatische und von geringer Parteiideologie geprägten Lösungen übergeführt werden können. Nur zusammen geht es. …..... Alleine kann der Bürgermeister wenig. Es braucht Politik, Bürger, Geschäftsleute sowie kompetente und engagierte Mitarbeiter in der Verwaltung. Aber der Bürgermeister kann und muß Wege öffnen, Potentiale freisetzen und Prozesse verantwortungsvoll lenken -  und das will ich tun! 

Frage 4

Klimapolitik wird meistens in nationalen oder globalen Zusammenhängen diskutiert. Aber fängt Klimapolitik nicht schon in der Gemeinde an? Was haben Sie für konkrete Vorschläge für eine klimafreundliche Stadt? Geht die Stadt mit ihren eigenen Flächen und Gebäuden klimafreundlich um? Was kann eine Mobilitätswende in Wedel bringen und was wäre dafür erforderlich?

Selbstverständlich fängt eine Klimapolitik schon in der Gemeinde an. Längst wird Klimaschutz nicht mehr nur als Herausforderung, sondern auch als Chance begriffen. Kommunen, die beim Klimaschutz durchdacht und konsequent vorgehen, können dauerhaft Energiekosten senken, den Finanzhaushalt entlasten, wertvolle Beiträge zur regionalen Wertschöpfung leisten und die Lebensqualitätihrer Bürger erhöhen. 

So auch Wedel, so weit so gut. Oder etwa doch nicht ?

Im Oktober 2014 wurde ein von einem externen Unternehmen für viel Geld integriertes Klimaschutzkonzept für Wedel erstellt, welches am 4.11.2014 im Planungsausschuß vorgestellt wurde. So weit so gut. 

Leider muß heute festgestellt werden, dass gemäß dem Wedeler Klimaschutzmanager am 12.8.21 die anvisierten Ziele größtenteils nicht erreicht werden. Weder die Reduktion des Wärme – und Strombedarfs der Haushalte, als auch der Industrie. Zero. Wir haben bis heute keine einzige Reduktion . Zero. 

Der Treibstoffbedarf wurde nur um 6 Prozent und die Gesamtemissionen  nur um 10 Prozent von der Zielsetzung erreicht. Ich würde das jetzt mal nicht gerade als einen Erfolg verbuchen. Damit kann die Frage ob Wedel mit ihren eigenen Flächen und Gebäude klimafreundlich umgeht schon mal eindeutig verneint werden. Was seit 2019 passiert ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Auch im BIS steht nix drinnen. 

S. 35 aus „Fortschreibung der kommunalen Treibhausgasbilanzierung für die Jahre 2013 – 2019, 12.08.2021, Peter Germann, Klimaschutzmanager Stadt Wedel

Würden Sie meine Damen und Herren jetzt sagen, daß Wedel schon klimafreundlich ist ? Mitnichten. Ist der im Klimaschutz aufgeführte Maßnahmenkatalog auch heute noch von Bedeutung und mit welchen Maßnahmen müsste er zukünftig ergänzt werden ? Wissen Sie das ?Weiß ich das ? Nein. Soviel zur Transparenz und Kommunikation. 

Zu einer Ehrlichkeit gehört auch, daß nicht erreichte Ziele dem Bürger kommuniziert werden. 

Wenn man sich die Fortschreibung der Treibhausgasbilanzierung in den Jahren 2013 bis 2019 ansieht, dann ist das ein Deasaster. 

Man schreibt jetzt rein, daß man die Ziele nicht erreicht, ohne einen Vorschlag anzuhängen wie man in eine erfolgreiche Richtung kommen kann. Wer das nicht macht, zeigt, wie wenig ihm dieses Thema wichtig ist.

Es kommt noch schlimmer.

Das Land SH hat ein neues Energiewende – und Klimaschutzgesetz im Dez. 21 beschlossen. Bis zum Jahr 2030 sollen die Treibhausemmissionen um 65 % gemindert werden. Wohlgemerkt ein Gesetz. Ich frage Sie jetzt, wie soll Wedel das nach den bisher nicht erreichten Zielen erreichen ? In 8 Jahren ?Ich bitte Sie

Und jetzt frage ich Sie noch etwas: 

Ein 150 Seiten starkes Klimaschutzkonzept, das für viel Geld von einer sicher sehr kompetenten Beratungsfirma erstellt wurde, dessen Ziele bis heute nicht annähernd erreicht wurden auf der einen Seite und….. 

Auf der anderen Seite werde ich jetzt hier gefragt was haben Sie für konkrete Vorschläge für eine klimafreundliche Stadt ? Ist das nicht strange ? Aus Zeitgründen erspare ich Ihnen die Antworten die ich hier stehen habe und die zum Großteil im Wedeler Klimaschutzkonzept stehen. Ich danke Ihnen. 

Aber gerne beantworte ich Ihnen diese Frage (eigentlich sind Vorschläge ja schon detailliert im Klimaschutzkonzept aufgeführt)

Aus Zeitgründen will ich nur einige Aspekte dazu nennen<<<.

Energieeffzienz in der Wirtschaft…..Nutzung von Abwärme

Gründung einer Bürgerenergiegemeinschaft um in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken klimafreundliche erneuerbare Energien anzubieten

Bepflanzungen mit Bäumen

Installation von Photovoltaikanlagen

Intelligente Fahrgemeinschaften

Sanierung der öffentlichen Gebäude, Dach – und Fassadenbegrünung, Nutzung von Regenwasser

Installation von Smart Grid, intelligente Stromnetze usw..

Mobiltätswende

Eine gute Mobilität für alle soll eine Vision sein

Alle Menschen sollen Zugang zu klimafreundlicher Mobililtäterhalten (Rufbusse, geteilte Fahrzeuge, Leihfahrräder usw.

Viel mehr Menschen bewegen sich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit ÖPNV (sicherer Fuß und Radverkehr)

Es gibt keine Barrieren mehr (Ob zu Fuß, im Rollstuhl, auf dem Seniorenmobil oder im öffentlichen Verkehr. Menschen mit Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen können selbstbestimmt und ohne Hürden an allen Verkehrsformen teilnehmen)

Eine Verkehrsplanung berücksichtigt soziale ökologische und gesundheitliche Folgen. 

7.3.4 HandlungsfeldMobilitätswende Handlungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene 

 

Kommune 

Unternehmen 

Bürger

vermeiden 

Siedlungsplanung (kurze Wege, Durchmischung) 

Logistik, und Dienstreise‐ Optimierung 

PKW‐Dichte, Auslastung 

verlagern 

Mitarbeiter auf Umwelt‐ verbundÖPNV, Fuß und Rad 

Mitarbeiter auf Umwelt‐ verbund ÖPNV, Fuß und Rad 

Angebotsverbesser‐ungÖPNV, Fuß, Rad‐ Infrastruktur 

klimafreund‐ lich abwi‐ ckeln

Green Fuhrpark ÖPNV‐Policy

Green‐Fuhrpark, Beschaf‐ fung (blue, Emobil, Erd‐ gas‐ bzw. Biosprit) und Spritsparkampagnen 

klimafreundliche Beschaf‐ fung (blue, E‐mobil, Erd‐ gasBiosprit) und Spritsparkampagnen 

 

FRAGE 5

Was macht die Lebensqualität der Stadt eigentlich aus, denn nicht ohne Grund wollen immer mehr Menschen nach Wedel ziehen, und viele, die hier groß werden, wollen hierbleiben. An welchen Orten der Stadt kann Lebensqualität verbessert werden? Was ist da für einen Bürgermeister in den nächsten Jahren noch zu tun?

Was macht eigentlich eine Stadt lebenswert ? Gute Verkehrsanbindungen, kulturelle Angebote, viele Grünflächen oder ein gutes Gesundheitssystem – was ist Ihrer Meinung nach wichtig, um sich in einer Stadt wohlzufühlen? Für den einen sind es Parkanlagen und Kultur- und Freizeitangebote, die eine Stadt lebenswert machen. Für die anderen sind es vielversprechende Karrieremöglichkeiten oder ein gut durchdachtes Mobilitätskonzept, und für wieder andere sind ein gutes Schulsystem und die Sonnenstunden ausschlaggebend für ein glückliches Leben in einer Stadt. 

Wie sie sehen hat Lebensqualität viel mit Stadtentwicklung zu. All die vorhin genannten Bereichen greifen irgendwie ineinander. Eine Internationale Studie die jedes Jahr zum Thema Lebensqualität erscheint untersucht hunderte von Städten anhand von 39 Indikatoren in 10 Kategorien, Es würde zu weit gehen diese hier allumfassend zu präsentieren. 

Für eine Stadtentwicklung ist es zukünftig wichtig diese 10 Kategorien zu hinterfragen um nicht nur die Lebensqualität, sondern somit auch die Gesamtattraktivität der Stadt steigern zu können. 

Was heißt das jetzt für Wedel ?

Umwelt: Fortschreibung des integrierten Klimaschutzkonzeptes und der kommunalen Treibhausbilanzierung , hohe Energieeffizienzanstreben, Umweltbewusstsein der Stadt weiterentwickeln,

Verkehr: Weiterentwicklung des Mobilitätskonzeptes auch unter den Aspekten sicherer Schulwege, Zweiradverkehr und eines attraktiven ÖPNV´s

Grünflächen/Gewässer Naherholung: Grünflächen und Gewässer (Flüsse und Seen, Bäche und Kanäle) sind zugänglich und sind Orte für Ruhe, Entspannung, Kommunikation und Sport.

Grünflächen und Gewässer geben der Stadt ihre wichtigen Freizeit- und Erholungszonen. Es sind Orte, an denen die Natur in der Stadt erlebbar ist und an denen sich Menschen begegnen und Zeit miteinander verbringen. Streuobstwiesen

Gepflegte Parkanlagen und Sportflächen 

Parkanlagen sind ein Treffpunkt für Jung und Alt. Sie bieten ausreichend Platz, um ein Picknick mit Freunden oder der Familie Spielplätze und Sportflächen tragen zur Befriedigung des Bewegungsdranges bei.

 

Wohnraum:

Gemischte Wohnformen, bezahlbarer Wohnraum, Studentisches Wohnen, Betreutes Wohnen, Gefördertes Wohnen, Mehrgenerationenwohnen, Stadtkernpflege usw.

Bildung, Kita und Sportstätten: Ausreichend planbare Schul – und Kitaplätze, Bildungseinrichtungen und Sportstätten hinsichtlich Gebäude und Infrastruktur auf einen modernen Stand bringen.

Kunst und Kultur:  Es kann nicht genug davon geben.  

An welchen Orten der Stadt kann Lebensqualität verbessert werden? Beispiele, auch Gespräche mit Bürgern

Uns fehlt eine neue Stadthalle, eine neue Sporthalle, Hundewiese, Rathausplatz verschönern, Naherholung (mehr Rad – und Wanderwege) Sport und Kultur, deutlich mehr Bänke als Wanderwege, Bahnhofstrasse noch bürgernäher (Wohnen Einkauf und Begegnung), Mehr Begegnungsstätten für jung und alt, Ausbau des ÖPNV, Verschönerung des Bahnhof Wedel, Mehr Park & Ride Parkplätze, Parkhaus am Bahnhof, Sichere Rad – und Schulwege, bürgernähere Verwaltung, mehr Transparenz an Information und mehr Kommunikation seitens der Stadt, kostenlose Hotspots an zentralen Orten. Nur eine Auswahl aber wichtig für eine Steigerung der Lebensqualität und Attraktivität

Fakt ist, wenn wir wollen, daß Arbeitnehmer wie ebenso Arbeitgeber nach Wedel kommen sollen, dann müssen wir uns intensiver im Kontext Stadtentwicklung – Lebensqualität – Stadtattraktivität auseinandersetzen. 

Bei all den Wünschen aber auch berechtigten Forderungen zur Steigerung der Lebensqualität müssen wir doch sagen, was Lebensqualität der Stadt schon heute ausmacht, 

komme ich nun zu den Punkten was Wedel heute liebenswürdig macht und letztendlich schon sehr dazu beitragt dass die Lebensqualität als sehr positiv empfunden wird: 

Die Freundlichkeit der Wedeler, Beispiel Batavia Sonnenuntergang, Liebenswürdige Bürgergespräche

Stadt Wedel: Nähe zum Wasser, Haseldorfer Marsch, Autal, Strand, Nähe zu Hamburg, Verkehrsanbindung zu Hamburg, viele Schultypen, und die FHW viele Kitas (wenn auch nicht ausreichend), Musikschule, Bücherei, VHS, Museen, viele Spielplatze, eine Hafenfläche die ein zentraler Begegnungsort für die Bürger werden soll, Hamburger Yachthafen, Waldgebiete in Richtung Holm und Appen, Theater, Weinfest, Musiktage usw. Ich weiß, die Liste ist nicht vollständig.  

Ich danke Ihnen.