Mein Vortrag bei der Podiumsdiskussion am 26.01.2022

Nachfolgend können Sie meinen Vortrag erneut nachlesen, den ich am 26 Januar 2022 anlässlich der Veranstaltung im Rist-Forum gehalten habe. Die blau markierten Bereiche sind die Bereiche welche ich aus Zeitgründen - da ja nur 8 Minuten Präsentationszeit erlaubt waren – nicht vortragen konnte. Es ist mir aber wichtig dies jetzt ergänzend mitzuteilen. 

Sehr geehrte Bürger und Bürgerinnen, sehr geehrter Herr Ziertmann, 

Vorstellung

Mein Name ist Gernot Kaser, Ich bin 59 Jahre jung, verheiratet, habe zwei Töchter. Ich bin in Oberöstereich aufgewachsen, und habe nach meinem Abitur an der Universität Innsbruck studiert. Nach meinen Ortswechsel nach Hamburg dann in Lübeck das Studium der Medizintechnik mit dem Abschluß zum Diplom-Ingenieur absolviert. Später habe ich berufsbegleitend in Elmshorn noch den MBA – Master of Business Administration –  erworben. Während meines anschließenden Berufslebens habe ich bei namhaften Unternehmen – national wie international – in unterschiedlichen Management und – Führungspositionen gearbeitet. Schwerpunktmäßig in den Branchen Medizintechnik, Gebäudemanagement und Gesundheitswesen. Unter anderem habe ich als Verwaltungsleiter auch eine Klinik, ein Seniorenheim und eine Behinderteneinrichtung geleitet. Lesen Sie das gern auf meiner Website nach. www.kaser-klare-kante.de

2006 bin ich nach Wedel gezogen, wo ich bei Möller-Wedel die Bereiche Verkauf, Marketing und Service geleitet habe. 

Aus dieser Ausbildung und der beruflichen Tätigkeit leiten sich meine Kompetenzen für das Amt des Bürgermeisters ab: Produkte und Dienstleistungen erfolgreich positionieren, Strukturen optimieren, Menschen führen, Projekte und Prozesse managen, verhandeln und verkaufen.          

Warum strebe ich das Amt des Bürgermeisters an?

Meine Familie und ich fühlen uns in der Norddeutschen Landschaft und mit ihren Menschen sehr wohl – wir sind in Wedel heimisch geworden. 

Es hat sich herumgesprochen: Es gibt vielfältige gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungsprozesse, die an Wedel natürlich nicht vorbeigegangen sind.

Es gibt aber in Wedel auch hausgemachte strukturelle Probleme. Das muss angegangen werden mit Tatkraft, Mut, Bereitschaft zu offener Auseinandersetzung und Transparenz. Dafür möchte ich mein Wissen, meine Erfahrung und mein Engagement zur Verfügung stellen.

Bürgermeister und Verwaltung sollen der Politik, dem Stadtrat ebenso professionell zuarbeiten wie Projekte entscheidungsfähig machen und umsetzen. 

Mein Anspruch: Erreichtes wie auch nicht Erreichtes ehrlich zu kommunizieren ! Ein Bürgermeister darf nicht alles alleine entscheiden, aber er muß Rückgrat, eine souveräne Haltung, eine eigene Meinung und eine geistige Unabhängigkeit zeigen.

Aus meiner Sicht ist aber auch klar: der Bürgermeister wird seiner Verantwortung vollumfänglich erst gerecht, wenn er auch politische Impulse setzt (und er sollte ein Sparringspartner zu den Fraktionen sein). Das werde ich tun – wenn sie sich für mich entscheiden

Hier gilt es klare Kante zu zeigen.

Wenn Sie meine website oder meinen flyer gesehen haben ist Ihnen sicherlich aufgefallen: die geborenen Landratten haben immer eine gewisse Affinität zum Wasser und diesbezüglichen Sinnsprüchen wie zum Beispiel: wer sein Ziel nicht kennt, für den ist kein Wind der Richtige.

Wobei er gleichfalls wissen sollte, von wo er lossegelt!

In welche Richtung aber will Wedel sich entwickeln und wo soll Wedel etwa in 10 Jahren stehen? Welche Maßnahmen, Wege und Mittel sind dafür notwendig? Sie erkennen schon: es geht mir um Strukturen, Prozesse, Kompetenzen und verantwortungsvolle Planung und vor allen Dingen um Bürgernähe. Dabei haben aber Pragmatismus, kurze Wege und das Nutzen von Handlungsspielräumen ihren festen Platz

Wie sieht die notwendige nüchterne Bestandsaufnahme aus?  

Ich habe in den letzten Wochen an die 200 Gespräche mit Bürgern an verschiedenen Plätzen der Stadt geführt. Es wurde zu wenig Transparenz und fehlende Kommunikation bitter beklagt. Das will ich ändern: mit modernen Techniken und kreativen Ideen.  Das Image der Stadt Wedel (u.a. in Bezug auf die Kommunikation) ist bei den Bürgern angeschlagen. Dies will ich ändern! Die Ziele ob projektspezifisch, politisch, wirtschaftlich, die Vorhaben von Rat, Ausschüssen, Verwaltung aber auch die Gespräche mit Wedeler Unternehmen müssen für uns alle transparent und leichter als bisher zugänglich werden.

Corona und die durch den Klimawandel bedingten Ereignisse haben aber auch generell gezeigt, dass wir insgesamt um die Modernisierung und Verschlankung von Verwaltungsprozessen nicht herumkommen. Zudem hat sich die Erwartung an die Verwaltung deutlich verändert in Richtung Offenheit, Transparenz, Service und Bürgernähe.

Veränderungsprozesse in diese Richtung, in Richtung der Bürger werde ich auf den Weg bringen.

Wedel hat Probleme.

Projekte

Ich nenne Stichworte, die jedem Wedeler etwas sagen: Hafen, Business-Park, Wedel-Nord, Badebucht, Mobilität, Finanzen, Bildung. Einige dieser Fragen bzw. Projekte sind notleidend – dauern schon viel zu lange bei viel zu hohen Kosten. 

Was benötigt wird ist professionelles Prozess- und Projektmanagement sowie ein Finanz-Controlling und ein internes Kontrollsystem ! Das werde ich installieren, denn nur so kann verantwortlich und nachvollziehbar gehandelt werden!

Der über Jahre entstandene Investitionsstau in Schulen, Kitas, VHS etc. muss dringend abgebaut werden und darf so nicht wieder entstehen. Hier ist eindeutig eine planerische Verbesserung der Verwaltung notwendig. Außerdem Kompetenz für Facility Management, um nicht jahrelang mit offensichtlichen Mißständen, Unzumutbarkeiten und baulichen Unsicherheiten leben zu müssen. Ich werde ein übergreifendes, professionelles Facility Management einführen, damit vorausschauend geplant werden kann und damit man kontinuierlich weiß, welche Kosten auf einen zukommen.

Als Vater zweier schulpflichtiger Töchter, ehemaliges Schulelternbeiratsmitglied und Elternsprecher weiß ich wovon ich rede. 

Ein Teil unserer Kinder pauken jetzt in Containern. (ASS, Moorwegschule usw.) Nicht weil vorübergehend ein Gebäude saniert oder abgerissen wird, sondern weil offensichtlich die Grundrechenart Addition nicht im Fokus war. Schulen und Kitas sind mehr. Schule ist neben der Vermittlung von Werten und Wissen, Gebäude zum Wohlfühlen, Schule ist Verkehrssicherheit, Schule ist Sport in Zusammenarbeit mit Vereinen, Schule ist Kunst, wir müssen diese gesamten Felder im Zusammenhang sehen und nicht einzeln kosmetisieren!“). Deshalb begrüße ich die entstandenen Elterninitativen. Die Bürger und Bildungseinrichtungen werden von mir darüber vollumfänglich und laufend informiert werden. 

Über eines bin ich mir sicher und weiß mich mit ihnen einig: Jugend und Bildung müssen höchste Priorität haben! 

Es braucht einen Schul-Entwicklungsplan und ich begrüße ausdrücklich die Elterninitiativen, mit denen unbedingt zusammengearbeitet werden muss. Auch möchte ich enger mit den Leitern der Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten.

Finanzen

Wir müssen unsere Schulden mittelfristig abbauen – das ist jedermann klar. Die Setzung der Prioritäten einerseits aber auch die Prüfung aller laufenden und noch auf die Stadt zukommenden Kosten (Stichwort laufende Projekte) werden im Fokus stehen. Möglichkeiten zu Kostenersparnissen und der Haushaltssanierung werden umgehend neu und tiefgreifend erstellt und gemäß den vorliegenden Prüfungsberichten werden neue Entscheidungen getroffen. Ich sehe derzeit jedoch kein Gesamtkonsolidierungs-Konzept, dass konkrete Einsparungs-Potentiale und entsprechende Pläne beinhaltet.

Aufgrund der vorliegenden Prüfungsberichte ist dies jedoch dringend gefordert. Schulden PLANEN geht jedenfalls nicht!

Mobilität

In meinen Gesprächen wurde die Verkehrssituation vielfach beklagt – zumal anstehende Probleme diesbezüglich seit langem bekannt sind. 

Ein belastbares und realistisches Gesamt - Verkehrskonzept muss erstellt werden unter Einbeziehung sicherer Wege zu Kitas und Schulen, Verbesserung und Ausbau der Radwege und insbesondere von Wedel-Nord. Beim derzeitig vorliegenden Mobilitätskonzept ist noch Luft nach oben. U.a. ÖPNV und Zweiradverkehr um einige davon zu nennen. Dies hat unmittelbaren Einfluss auf die Lebensqualität in Wedel. 

Gewerbe

Aufgrund meines beruflichen Hintergrundes und mit Blick auf die Wedeler Finanzsituation liegt mir die Förderung von Gewerbeansiedlung, start-ups sowie auch der ansässigen Wirtschaft sehr am Herzen. Ich werde mich für ein professionelles Stadtmarketing einsetzen. Andere Städte machen es vor. Die Stadt kann Schützenhilfe geben und kreativ werden, um die Bahnhofstrasse an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Gewerbeansiedlung spült Geld in unsere Kassen, schafft neue Arbeitsplätze und trägt direkt und indirekt auch zur Belebung unseres bestehenden Handels bei. Ich werde diesbezüglich in Wedel proaktiv und kreativ voranschreiten. 

Stadtentwicklung

Unter der Überschrift Stadtentwicklung fließen ökologische, wirtschaftliche, kulturelle und die verschiedensten gesellschaftlichen Aspekte zusammen. Ein entsprechender Stadtentwicklungsplan liegt mir deshalb besonders am Herzen. Ihn zu erstellen, mit den Bürgern zu diskutieren und gemeinsam mit allen Beteiligten zu einem von allen getragenen Ziel zu kommen stellt für mich eine besonders reizvolle Aufgabe dar. 

Der Querschnitt der Gesellschaft in unserer Stadt muss besser abgebildet werden. (Junge Familien, Jugendliche – Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung), für Behinderte und für Senioren – Barrierefreiheit und generationenübergreifendes Wohnen. 

Ich komme zum Schluß. 

Sie haben hoffentlich gemerkt: Wedel liegt mir am Herzen und ich nehme die Sache sehr ernst. Wedel braucht Wandel, braucht gemeinsames Ringen und Engagement für die Gestaltungsaufgabe Zukunft. Ich stehe dafür mit meiner ganzen Kraft zur Verfügung.

Lassen Sie mich schließen mit einem Zitat von Moliere:

Wir sind nicht nur verantwortlich für das was wir tun, sondern auch für das was wir nicht tun. 

Vielen Dank.